Man hätte fast glauben können, im Sattel von Ashrun sitzt Bauyrzhan Murzabayev, der ja sehr oft seine Pferde erst so knapp am Zielpfosten festnagelt, dass man davon Herzrhythmusstörungen bekommt. Vom fast letzten Platz kommend war der Endkampf an sich schon spannend genug aber es ging halt auch darum, ob der ganze seit Wochen betriebene Aufwand umsonst war oder nicht. Ashrun verlor schon am Start Boden, auf der gegenüber liegenden Seite wurde dann auch noch das Tempo herausgenommen und Kerrin McEvoy blieb nichts anderes über als erstmal abzuwarten. Zu diesem Zeitpunkt wollte man schon gar nicht mehr richtig hinschauen und als die Beiden dann zu dieser wirklich sehenswerten Aufholjagd ansetzten, blieb einem fast die Luft weg. Leider steht Kerrin im Cup natürlich nicht mehr zur Verfügung, wie überhaupt keiner der Spitzenjockeis. Nach einigen Überlegungen hat man nun Declan Bates vepflichtet. Der junge Australier sollte eigentlich Willi Mullins True Self reiten, der jetzt nach Ashrun's Sieg im Cup weichen muss. Wie die Waage zeigte, hat der Hengst gerade mal 13kg Gewicht verloren, was bei einem so großen Pferd fast gar nichts ist und wenn man das Video sieht, wie er sofort nach der Ankunft in seiner Box wieder am Trog hing, wird er diese Kilos gleich wieder kompensiert haben. Gerade wurden die Startboxnummern verlost und Ashrun muss aus der 24. Das ist natürlich wenig optimal aber darüber machen wir uns dann vorm Rennen am Dienstag Gedanken.


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Der morgige Tag, bzw. der sehr frühe Morgen wird zeigen, ob dies nun das letzte Kapitel „Melbourne Cup“ ist oder ob es noch eine Fortsetzung gibt. Wie bereits berichtet, hat Ashrun keine Startberechtigung für das Rennen am Dienstag – außer, er würde morgen in den Lexus Hotham Stakes gewinnen, was ihm automatisch einen Startplatz im Cup sichert. So heißt es, hopp oder top. Dem Hengst fehlte in Geelong nach zweimonatiger Pause noch so der letzte Kick und die Bahnführung erwies sich auch als nicht ganz so optimal. Der großzügige Kurs in Flemington wird ihm sehr liegen, tief Luft geholt hat er auch und ein weiterer Pluspunkt ist natürlich Reiter Kerrin McEvoy. Seine größten Gegner in dieser Gr. III-Prüfung könnten zwei Ex-Kollegen aus Deutschland sein – Sound (früher Sound Check) und Schabau. Der Trainer hat sein Quarantäne-Hotel in Sydney mittlerweile verlassen. Die frische Luft konnte er allerdings nicht lange genießen da schon ein Fahrer von Victoria Racing auf ihn wartete um sich mit ihm auf die neunstündige Fahrt nach Melbourne zu begeben. Nach ein paar Stunden Schlaf konnte er dann endlich in den Stall gehen, wo er schon von Rasti und Kiki erwartet wurde. Nach knapp hundert Tagen wurde in Melbourne der strenge Lockdown aufgehoben und die Beiden konnten mittlerweile auch schon mal in die Stadt und in ein Restaurant gehen. Aber das ist im Moment natürlich alles zweitrangig, jetzt geht es erstmal darum, was Ashrun morgen macht.


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Zuletzt an gleicher Stelle hätte Stall Turffighters Chagal schon fast Schwimmflossen anlegen können, so viel Wasser wie da runterkam. Nichtsdestotrotz lieferte der Hengst nach einer Pause eine recht ordentliche Vorstellung ab. Im Prix de Villers-Bocage wird er ohne die zuvor angelegten Seitenblender antreten, auf der 700 Meter längeren Strecke wäre zu viel Spannung wahrscheinlich eher kontraproduktiv. So wie Chagal gearbeitet hat, sollte er den gezeigten Ansatz ausbauen können und kommt für eine bessere Platzierung in Frage. weiterlesen »

Sea Shepherd  --  galoppfoto.deSea Shepherd -- galoppfoto.deMajestic Colt  --  Foto RühlMajestic Colt -- Foto Rühl

Alles hat nicht geklappt aber das tut es auch ja eher selten und bei dem, was er zu sehen bekam, fiel es dem Trainer bestimmt nicht allzu schwer, die Nacht über wach zu bleiben.


Nicht nur für den Sport war der gestrige Renntag ein echtes Highlight, auch für unseren The Conqueror war der Ausflug nach Hannover scheinbar die Attraktion überhaupt. An seinem Fenster hängend ging den ganzen Tag der Kopf hin und her wie bei einem Tennismatch, jeder Mensch, jedes Fahrzeug wurde aufmerksam beobachtet, jedes vorbei gehende Pferd wurde mit einem Wiehern begrüßt und insgesamt alles, was in seiner Sichtweite passierte, war ausgesprochen interessant. Vorm Rennen machte er dann auch noch die ebenfalls sehr interessante Entdeckung, dass er Hengst ist. Das Ergebnis fiel dann so aus, wie erwartet aber TC sollte einiges gelernt haben und darum ging es letztendlich auch primär.


Zu dieser Zeit des Jahres geht das mit dem Fellwechsel ja oft von heute auf morgen und auch Sea Shepherd hatte sich fast über Nacht einen kleinen Wintermantel über gelegt. Als man im Führring ihr nicht mehr ganz so glänzendes Haarkleid sah, war man direkt etwas besorgt, ob das nicht vielleicht auch ihre Leistung schmälern könnte. Aber diese Überlegung war unbegründet wie sich kurz Zeit später zeigte. Aus dem Mittelfeld kommend, bugsierte Bauyrzhan Murzabayev die Sea The Stars-Tochter in der Geraden auf freie Bahn und dann stiefelte sie in ihrer so sehr eigenen Art einfach auf und davon. Hana Hypsmanova, die Sea Shepherd gleich nach ihrer Ankunft auf Ravensberg adoptierte und beim Debüt nicht dabei sein konnte, meinte gestern, die Stute wollte mit dem ersten Siegerfoto einfach nur auf sie warten.


Er läuft bei jedem Start nach vorne aber nie weit genug um als Erster den Zielpfosten zu treffen. Das Patentrezept für Lascalo, wie man seinen Ehrgeiz so kitzelt, dass er auch mal richtig aus sich rausgeht, haben wir ganz offensichtlich noch nicht gefunden.


Loveisthehigherlaw lief enttäuschend und Bauyrzhan meinte anschließend, die Stute hätte irgendwie müde gewirkt. Um etwaige Dinge auszuschließen, ließen wir sie spiegeln und es sah alles so aus, wie es aussehen soll aber bei einem Nasenloch gab es kein Durchkommen und dieser Sache wird jetzt nachgegangen.


Es gibt ja durchaus Pferde, die aufgrund allerlei Unarten nicht so angenehm zu reiten sind und die stecken dann oft bei Rama Veselji an der Lottafel. Bei seinem täglichen Ritt auf Majestic Colt muss er zwar in Kauf nehmen, dass ihm Jacken zerfetzt und Finger angebissen werden aber zu reiten ist RoboCop, wie der Trainer Majestic nennt, wirklich angenehm. Und er scheint ein Faible für Hannover zu haben. Dreimal verließ der kapitale Hengst als Sieger auf Listenparkett das Geläuf und das war jedes Mal auf der Neuen Bult. Geht das nächstes Jahr so weiter, muss er eine Plakette dafür kriegen.


Wenig Bock hatte gestern Zerostress bei seinem Start in Mailand. Der etwas launische Hengst verlor schon aus der Maschine raus Boden, schloss zwar dann zügig auf aber als es zur Sache ging, konnte ihn sein Reiter nicht davon überzeugen richtig Gas zu geben. Talent hätte der Hengst auf jeden Fall aber um das „auszuleben“ muss man ihn wohl vorher von seiner Männlichkeit befreien. Sprich, das nächste Mal werden wir Zerostress als Wallach auf der Bahn sehen und dann ist hoffentlich der Name wirklich Programm.


Bei Legal Rights kann man nur sagen – Mission erfüllt. Der Hengst gewann, wurde anschließend verkauft und wird nun zukünftig in Mülheim betreut.


Es kann ziemlich frustrierend sein, liest man ein ewig dickes Buch und am Schluss gibt es weder ein Happy End, noch eine sonstige zufriedenstellende Variante. Leider sieht es im Moment bei Ashrun's Melbourne Cup-Abenteuer ganz genau nach solch einem Schluss aus. Entgegen aller Prognosen und Erfahrungen der letzten Jahre, werden diese Woche wahrscheinlich weniger Pferde noch den Absprung machen als gedacht und so wird Ashrun auch nicht mehr ins Starterfeld des Cups rutschen. Aktuell müssten fünf Pferde einen Rückzieher machen und das ist eher unwahrscheinlich. Aus diesem Grund haben sich Jamie Lovett von Australian Bloodstock und der Trainer darauf geeinigt, dass Ashrun am Samstag in den Lexus Hotham Stakes an den Start kommen wird. Dieses Gr. III-Rennen wird in Flemington ausgetragen, führt über 2500m und als Reiter konnte Kerrin McEvoy verpflichtet werden. Alles Weitere gibt's dann vorm Rennen.


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The ConquerorThe ConquerorSea ShepherdSea Shepherd
LascaloLascaloLoveisthehigherlawLoveisthehigherlaw
Majestic ColtMajestic ColtZerostressZerostress
Legal RightsLegal Rights 

Noch sechs Tage bis der Trainer wieder in Freiheit entlassen wird und da sich mittlerweile natürlich eine gewisse Langeweile breit macht, ist der morgige Renntag eine willkommene Abwechslung und Starter gibt es auch genug, die er verfolgen kann.


In der Regel findet man ja die eigenen Kinder schon immer klüger und talentierter als die anderen. Einem Pferdebesitzer geht es da meist auch nicht anders und wenn die Sportwelt den selbst gezogenen The Conqueror bei seinem Debüt im Preis des Gestüts Haus Zoppenbroich gleich an erster Stelle tippt, fühlt man sich schon direkt gebauchpinselt. Wie bereits mal an anderer Stelle geschrieben, war der The Gurkha-Sohn als Fohlen nicht gerade ein Riese und als der Trainer ihn immer öfter „das Gürkchen“ nannte, musste da ganz schnell ein Riegel vorgeschoben werden. Am besten mit einem Namen, der auch eine Verpflichtung sein sollte und so wurde aus ihm The Conqueror. Die Welt hat er noch nicht erobert aber viele Menschen – TC, wie er genannt wird, ist ein ausgesprochen liebenswürdiges Wesen, will immer alles richtig machen und irgendwelche Pubertäts-Flegeleien sind ihm vollkommen fremd. Bäume hat er in der Arbeit noch nicht ausgerissen, ist aber auf einem guten Weg und bevor man ihn jetzt immer weiter arbeitet, kann er auch laufen und Rennerfahrung sammeln. Ob er sich auf Anhieb platziert oder eben nicht, gespannt sind wir auf jeden Fall.


Jean-Pierre Dubois' Sea Shepherd ist ja ein sehr tiefenentspanntes Mädchen und so lief sie auch bei ihrem Debüt in Baden-Baden. Alarmglocken werden bei ihr nie schrillen aber zumindest scheint sie jetzt schon mal leise den Wecker zu hören und wir hoffen, dass sie im Preis der Norddeutschen Gestüte IDEE und Fährhof dann richtig wach ist.


Ob das so stimmt, können wir ihn ja leider nicht fragen aber in Dresden hatten wir den Eindruck, der Ittlinger Lascalo hätte gewonnen, hätten ihm die Scheuklappen nicht die Sicht auf den Gegner genommen und im Waldpfad-Rennen trägt er nun lediglich Seitenblender. Die helfen ihm, sich zu konzentrieren aber er weiß trotzdem noch, dass er auch was tun muss.


Loveisthehigherlaw – „Liebe ist das höhere Gesetz“ ist nicht nur ein toller Name, auch die Stute, welche die Interessen von Team Valor vertritt, gefällt richtig gut. Nach ihrer Ankunft war sie etwas quengelig aber bereits ein paar Tage später machte die Kodiac-Tochter den Eindruck als wäre sie schon ewig auf Ravensberg. Sie ist den Menschen sehr freundlich gesonnen und auch auf der Bahn ausgesprochen umgänglich. Gruppe- und Listenplatzierungen hat sie schon, ein Sieg in dieser Kategorie wird im Großer Preis der Mehl-Mülhens-Stiftung angestrebt. Keine leichte Aufgabe mit vielen starken Gegnerinnen aber leicht sind solche Rennen zu dieser Zeit des Jahres nie. Russian Souffle wird nicht an den Start kommen, sie macht jetzt Winterpause.


Unterm Reiter ist er easy und macht bei allem mit aber in seiner Box ist Jaber Abdullahs Majestic Colt schon ein kleines Monster, schnappt nach Jacken, Armen, Fingern wie ein Piranha und ist tierisch verfressen. Selbst wenn er gerade eben erst eine große Ladung Heu in die Box bekam, schreit er nach mehr wenn er nur von Weitem jemand mit einer Heugabel sieht. Im Großer Preis der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover trägt er Höchstgewicht aber die Bahn in Hannover liegt ihm, gegen elastischen Untergrund hat er nichts und gut drauf ist er auch. Also, warum nicht?


Der Ittlinger Zerostress kommt in Mailand im Premio Omenoni an den Start. Es geht gerade mal über 1000m und die Strecke könnte eventuell ein paar Meter zu kurz sein aber die letzten Arbeiten fielen so aus, dass man es mit ihm in diesen Listenrennen probieren wollte.


In die andere Richtung hat es den Ebbesloher Legal Rights verschlagen, wir sehen ihn im Prix de La Fédération de l'Est, einem Verkaufsrennen über 2400m. Der hübsche Fuchs kam noch bei keinem seiner Starts ohne Geld nach Hause und das sollte auch morgen nicht anders sein.