Die Rennsaison 2012 aus Sicht der Hamburger Aktiven

Das erfolgreichste Pferd aus Hamburger Zucht: Earl of Tinsdal beim Training in Ravensberg. www.rennstall-woehler.de

Die Rennsaison 2012 ist Vergangenheit. Die Hamburger Aktiven können wieder mit viel Stolz auf die Erfolge im vergangenen Jahr zurückblicken. Es waren erneut  die Pferde, die von Hannes K. Gutschow auf dem Gestüt Kerbella gezogen worden sind oder dort aufwuchsen, die die Erfolgsbilanz Hamburger Pferde entscheidend geprägt haben.

Bestes Hamburger Pferd war einmal mehr Sunrace Stables' Earl of Tinsdal. Im Juni gewann er den zur Gruppe I zählenden Gran Premio di Milano überlegen unter William Buick. Aber auch in Deutschland überzeugte der Vierjährige durch einen zweiten Platz im Großen Preis von Berlin (Gruppe I) und einen dritten Platz im Großer Preis von Bayern ( Gruppe I). Insgesamt verdiente er bei fünf Starts 157 000 €.

Auch der zweite Gruppesieger aus Hamburg ist auf dem Gestüt Kerbella aufgewachsen, Manuela Sohls Empire Storm. Er gewann im Juni auf Gruppe III-Ebene den Großen Preis der VGH-Versicherungen in Hannover. Vor diesem Sieg hatte er zwei dritte Plätze auf gleichem Niveau in Düsseldorf und Stockholm belegt. Sein Bruder Ever Strong konnte in diesem Jahr auf unserer Horner Rennbahn den Preis der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen eV, einen Ausgleich I, für sich entscheiden. Und der jüngste Spross der Emy Coasting, Empire Hurricane, steht zu größeren Taten bereit. Er war in seiner Zweijährigen-Kampagne zwar noch sieglos, aber ein dritter Platz im Düsseldorfer Junioren-Preis und ein vierter Platz im Preis des Winterfavoriten lassen einiges Potenzial für die nächste Saison erkennen.

Man darf bei der Aufzählung guter Pferde, die im Gestüt Kerbella aufwuchsen, Stall Tinsdals Durban Thunder nicht vergessen.Der Hengst blieb in der Saison 2012 leider sieglos, aber der zweite Platz hinter Derby-Sieger Pastorius im Großen Dallmayr Preis – Bayerisches Zuchtrennen, einem Rennen der Gruppe I, war schon eine sehr gute Leistung. Im Westminster-Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten gab es auf Gruppe III-Ebene erneut einen zweiten Platz, wieder hinter Pastorius.

Die Pferde aus dem Rennstall Darboven konnten leider keinen Gruppeerfolg erzielen. Immerhin gewann Polish Vulcano mit dem bwin Sachsen Preis in Dresden ein Listenrennen.Der in der Saison 2011 so erfolgreiche Russian Tango blieb leider sieglos. Neben einigen Listenplatzierungen ist aber ein dritter Platz im Großen Preis der Wirtschaft (Gruppe III) in Dortmund hervorzuheben. Der Dreijährige Russian Song schien nach seinem Maidensieg in Krefeld eine Hoffnung für die großen Dreijährigenrennen zu sein. Nach einem dritten Platz im swbDerby-Trial in Bremen (L.) hingen die Trauben im SPARDA 143. Derby aber zu hoch.

Ist die Leistungsspitze mit dem Gestüt Kerbella also eng verbunden, gibt es auch im Basisbereich passionierte und engagierte Besitzer und Mitglieder in Besitzergemeinschaften, die auf schöne Erfolge zurückblicken können.

Ein besonderes Kunststück gelang dem Stall Bergholz von Dr. Hans-Wilhelm Jenckel. Nach den Siegen von Turgenjew und Kerberus während der großen Woche in Iffezheim konnte der engagierte Besitzer das Meetings-Championat der Besitzer erringen.

Hamburgs bester Steher auf Handicap-Ebene ist Saba Dancer. Der Wallach von Dr. Wolf-Rainer Mehring versuchte sich nach zwei Erfolgen in Bremen und Bad Harzburg zum dritten Mal in Deutschlands längstem Flachrennen in Bad Doberan, das er bereits 2009 und 2010 gwonnen hatte. Unter Höchstgewicht mit Erlaubnisreiter reichte es aber nur zum zweiten Platz.

Die Erfolge von Bonfire Night (Stall Power Flame), Beltaine Fire (Stall Lone Ranger) Ciocco Sam und Earlsalsa für den Stall BlankeneseEver A Dream (Stall Elstorf) und Nydamski (Stall Mehring/Perleberg) haben bei ihren Besitzern sicherlich viel Freude hinterlassen.

Er arbeitet schon lange außerhalb der Hansestadt.Für uns ist Cevin Chan aber immer noch ein Hamburger Jung. Und im allerletzten Jagdrennen der Saison sicherte er sich das Championat der Hindernisreiter. Und mit Alanco siegte er zudem im Schwedischen Grand National. Für uns ein Grund, ihn zu den erfolgreichen Hamburger Aktiven zu zählen.

Rainer Homann