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Schatten auf der Seele

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 133 vom Freitag, 24.09.2010

Es gab eine Zeit, vor etwas mehr als 15 Jahren, da gehörte das Gestüt Queen's Glory zu den quantitativ größten Zuchtstätten des Landes. Zwei Dutzend Mutterstuten und vier Deckhenste tummelten sich zeitweise auf den Koppeln in Haltern-Lippramsdorf am Rande des Ruhrgebietes. Eigner Manfred Recker und seine Ehefrau hatten sich in kurzer, zu kurzer Zeit, ein Gestüt von einer wirtschaftlich nicht tragbaren Größenordnung geschaffen. Wegen der beengten Möglichkeiten zogen sie dann zu Beginn der Neunziger Jahre mit den Pferden um, in das ehemalige Rittergut Osthoff in Georgsmarienhütte im Osnabrücker Land. Und dort spielt weitgehend die Handlung des Romans Schatten auf der Seele, in der Recke mit dem gebührenden zeitlichen Abstand nur unwesentlich verhüllt die Geschehnisse schildert, die sich damals zugetragen haben.

Es ging um sein Geld und sein Leben, weswegen es auch ein Thriller geworden ist, den der jetzt in Hilden lebende Architekt auf 381 Seiten zu Papier gebracht hat. "Nach einer wahren Begebenheit" steht auf dem Titel des Buches, doch war es wohl alles wahr, was Recker und seiner Ehefrau damals widerfahren ist. Es hat ihn sein Vermögen und fast sein Leben gekostet, die Pferde sowieso. Der Rennsport spielt zwar nur eine Nebenrolle in diesem Roman, doch da kommen aber ziemlich unkaschiert Jockey wie ein gewisser Dragan ("Ich bestimme, wann Rennen gewonnen wird, nicht Besitzer oder Trainer") oder der ehemalige Trainer Dieter Althoff vor. Spannend und lesenswert ist das allemal, auch wenn man sich gelegentlich ein etwas besseres Lektorat gewünscht hätte. Manfred Recker hat das Schreiben dieses Buches auch als Therapie verstanden. Eine Rennbahn hat er seit vielen Jahren nicht mehr betreten, damit ist er durch.

Das Buch Schatten auf der Seele ist portofrei beim Verlag www.mgverlag.de oder im Buchhandel (ISBN 3-931164-72-1 zu bekommen, Paperback, € 14.

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