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Neues in Sachen Derby

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 467 vom Donnerstag, 11.05.2017

Das unendliche juristische Kapitel um das Derby 2016 ist um eine Wendung reicher. Durch den Sieg von Dschingis Secret im Gerling-Preis unter dem dort getragenen Gewicht werden einige Fragen aufgeworfen, die sich im Wesentlichen auf zwei Paragraphen der Rennordnung stützt. So heißt es in der Nr. 639: „Bis zur Entscheidung (im Protestverfahren) gelten im renntechnischen Sinne der Besitzer des Pferdes, gegen das Protest eingelegt worden ist, als Gewinner des Rennens und der Besitzer, der Protest eingelegt hat als Gewinner des Preises, der ihm im Erfolgsfall zufällt. Dies gilt auch für den Fall, dass nach Abschluss der Verbandsgerichtsbarkeit Klage vor dem ordentlichen Gericht erhoben wird." Demnach könnte man Dschingis Secret im Gerling-Preis renntechnisch als Sieger des Deutschen Derbys 2016 behandeln, was, so das getragene Gewicht von 57 Kg, nicht der Fall war. Als Gruppe I-Sieger hätte er zwei Kilo mehr tragen müssen.

So wären die Berufung im Derby-Fall 2016 und auch die Revision unzulässig, zumindest nach der Nr. 646: „Eine Berufung ist unzulässig, wenn das Pferd, dessen Besitzer die Berufung eingelegt hat, nach der Entscheidung im Protestverfahren an einem Rennen teilgenommen hat, ohne dass sich aus Nr. 639 RO ergebende Aufgewicht zu tragen."

Jan-Anthony Vogel, Chefmanager des Direktoriums, erklärt der „Sport-Welt“ gegenüber, dass eine schnelle juristische Prüfung dieses neuen Sachverhaltes erfolgen wird. Bisher hatte das Obere Renngericht auch noch keine Reaktion auf die erneut eingelegte Revision gezeigt.

Rechtsanwalt Bernhard Matusche, Vertreter des Dschingis Secret-Besitzers Horst Pudwill, äußerte sich zu der aktuellen Entwicklung konkret nicht, er nahm wie folgt Stellung zu der Situation:

„Wir erwarten jeden Tag die Terminierung des Oberen Renngerichts. Es ist erschreckend und aus Sicht unserer Partei armselig, mit welchen Methoden das DVR einseitig Partei ergreift. Auch die neuen Spekulationen sind haltlos. Dschingis Secret ist der Jahrgangsbeste. Er hätte das Derby ohne den massiven Peitschenmissbrauch klar gewonnen. Schutz sollte nach der Überzeugung unserer Partei derjenige erhalten, der sich an die elementaren Regeln hält. Das DVR schützt dagegen die Regelverletzung, traurig. Das Obere Renngericht hat als höchstes Gericht eine klare Entscheidung getroffen: zugunsten von Dschingis Secret. Sowohl Isfahan als auch Savoir Vivre sind zu disqualifizieren. Herr Pudwill hat laut der Entscheidung des Oberen Renngerichts das Derby 2016 gewonnen. Er wird die eindeutig angeordnete Disqualifikation auch durchsetzen und den sportlich und juristisch zwingend gebotenen Erfolg erzielen.“

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