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Hong Kong im Blickpunkt

Tiberian bei der Morgenarbeit in Sha Tin. Foto: HKJC

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 497 vom Donnerstag, 07.12.2017

Winterpause war gestern – der internationale Galopprennsport kennt keine freien Zeiten mehr. In diesen Tagen steht fast schon traditionell Hong Kong mit den internationalen Rennen im Blickpunt, anschließend geht es relativ zügig nach Dubai, wo schon im Januar die ersten hochdotierten Prüfungen auf dem Programm stehen.

Das deutsche Engagement in Hong Kong ist wie meistens sehr übersichtlich. Bei der Jockeys' Championship, die am Mittwoch in Happy Valley über die Bühne ging, hat vor Jahren auch schon einmal Andrasch Starke gewonnen. Der war aber diesmal nicht dabei, als sich der Australier Zac Purton, der seit geraumer Zeit in Hong Kong reitet, den Titel holte und sich damit nicht nur den voluminösen Pokal sondern auch umgerechnet 54.000 Euro sicherte. Englands Champion Silvestre de Sousa wurde Zweiter vor dem noch amtierenden französischen Meister Pierre-Charles Boudot. Der Wettumsatz an diesem Abend betrug in neun Rennen rund 141 Millionen Euro, das ist der höchste Wert am Tag der Jockey Championship überhaupt.

Mit Tiberian (Tiberius Caesar) kommt in der „Vase“ am Sonntag zumindest ein Pferd in deutschem Mitbesitz an den Start, denn zu seinen Eignern gehören Heiko Volz (25%) und Stefan Falk (12%). Gegen Cracks wie Talismanic und Highland Reel (siehe auch unsere Geschichte auf Seite X) steht der Franzose natürlich vor einer schweren Aufgabe.

Neues gibt es zumindest von dem deutsch gezogenen Pakistan Star (Shamardal). Der Ex-Wittekindshofer, hoch talentiert und erfolgreich, hatte in der jüngeren Vergangenheit zweimal während eines Rennens „die Bremse“ gezogen, hatte das Galoppieren einfach eingestellt. Auf Initiative von Besitzer Kerm Dim wurde jetzt Monty Roberts, 82, nach Hong Kong eingeflogen. Der arbeitet jedoch nicht am Pferd direkt, sondern gibt Trainer Tony Cruz und dessen Arbeitsreiter nur Tipps, wie er dem schwierigen Pferd auf die Sprünge helfen kann.

Dass Baden-Baden einmal von Hong Kong Jockey Club (HKJC) als Beispiel genannt wird, ist schon verblüffend. Aber es geht um Conghua, das neue Trainingszentrum, das auf dem chinesischen Festland im August 2018 eröffnet werden soll. Dort sollen ab 2019 auch Rennen durchgeführt werden, allerdings ohne Wetten, die sind in China verboten. „Wir wollen Conghua aber ein ‚branding‘ geben, als Touristenattraktion mit heißen Quellen und Rennen, so wie in Baden-Baden“, sagt Winfried Engelbrecht, der CEO des Jockey Clubs. 

Einen Tweet zu Conghua können Sie hier sehen

https://twitter.com/HKJC_Racing/status/916169546431578112

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