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Der erstaunliche Start von Pomellato

Pomellato im Iran. Foto: Amir Tanha

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 284 vom Donnerstag, 26.09.2013

An diesem Samstag startet im BBAG-Auktionsrennen in Frankfurt in den Farben des Gestüts Ittlingen die zweijährige Stute Zalata. Trainiert von Waldemar Hickst, Andrasch Starke wird reiten. Womit sie sicher nicht unbedingt als Außenseiterin an den Start gehen wird. Die Stute ist eine Rarität, denn sie ist einer von 15 Nachkommen, die ihr Vater Pomellato (Big Shuffle) in Europa zurückgelassen hat. Er wurde im Frühjahr 2011 zunächst an Dr. M. Jokar und Imam M. Polami in den Iran verkauft, wurde dort als Deckhengst aufgestellt. Inzwischen steht er aber in anderem Besitz. Offensichtlich haben die Iraner einen guten Fang gemacht, denn die bisherige Bilanz von Pomellato ist schon bemerkenswert.

Auf der Rennbahn war er nur zweijährig, bei vier Starts gewann er das Criterium de Maisons-Laffitte (Gr. II), dort war der spätere Gr. I-SIeger und jetzige Newsells Park-Deckhengst Equiano (Acclamtion) Dritter, dazu noch die Maurice Lacroix-Trophy (Gr. III) in Iffezheim. Im Gran Criterium (Gr. I) in Mailand war er Vierter.

In der Zucht startete er 2010 im Haras d'Etreham in Frankreich, die Nachfrage war übersichtlich. 2011 sind in Frankreich und Deutschland insgesamt elf Fohlen registriert. Gelaufen sind bislang sechs aus diesem ersten Jahrgang - und alle haben erstaunlicherweise Geld verdient. Herausragend ist Another Party, den der irische Pinhooker Con Marnane im November 2012 für €14.000 bei Arqana erwarb. Er behielt ihn selbst, gab ihn zu dem jungen Mathieu Palussiere ins Training. Siebenmal ist er inzwischen gelaufen, hat zwei Rennen gewonnen und war Zweiter im Prix du Bois (Gr. III) und Prix d'Arenberg (Gr. III). Inklusive der Prämien hat er 114.308 Euro verdient, er hat eine Nennung für den Prix Jean-Luc Lagardere (Gr. I) am "Arc"-Tag.

Von den anderen in Frankreich gezogenen Pomellato-Nachkommen ist Sandro Gianellas Kamellata dreimal platziert gelaufen, vergangenen Sonntag wurde sie im Winterkönigin Trial (LR) in Köln solide Fünfte. Gerade Dritte in Longchamp war die von Brigitte Renk trainierte Jazz Poem, die in der Provinz trainierte La Pomme hat einen zweiten Platz aus La Teste vorzuweisen. Die vier weiteren Pomellato-Zweijährigen sind sämtlich im Training, u.a. bei Nicholas Clement.

Barumas Milchzähne waren noch nicht draußen, da war der Vater schon weg: Die jetzt zweijährige Stute aus der Zucht von Gisela Schiergen gehört zu den wenigen Pomellato-Nachkommen in Deutschland. Foto: Julia BaumBarumas Milchzähne waren noch nicht draußen, da war der Vater schon weg: Die jetzt zweijährige Stute aus der Zucht von Gisela Schiergen gehört zu den wenigen Pomellato-Nachkommen in Deutschland. Foto: Julia BaumDas Gestüt Hof Ittlingen hat zwei zweijährige Stuten von Pomellato, die erwähnte Zalata, beim Debut im BBAG-Auktionsrennen in Dortmund Siebte, sowie Sovalla, die dort sehr gute Zweite war und im Auktionsrennen in Iffezheim antreten soll. Schließlich gibt es noch die zwei Jahre alte Baruma aus der Zucht von Gisela Schiergen, sie wurde an Besitzertrainer Roland Schierstädt abgegeben. Peter Schiergen: "Verkehrt ist sie nicht." 

2011 wechselte Pomellato in das Gestüt Harzburg, wurde aber im Frühjahr verkauft. Vier Stuten wurden gedeckt, vier Fohlen gibt es, von eher kleineren Züchtern wie Ingo Hecker, Dr. Thomas Müller und dem Stall Leander. Und von Erika Mäder. So ganz unwahrscheinlich ist es nach bisherigen Eindrücken nicht, dass es von dieser Seite noch eine positive Überraschung geben wird. Und im Iran hat Pomellato auch etwas mehr zu tun. "Nach meinen Informationen bekommt er pro Decksaison rund 150 Stuten", sagt Amir Tanha, der BBAG-Repräsentant für dieses Land.

Neben Pomellato stehen drei andere Hengste aus deutscher Zucht im Iran, darunter mit Darnell (Dubai Destination) ein weiterer Ittlinger. Er war Sieger und in mehreren Auktionsrennen platziert, zudem einmal Vierter auf Listenebene. Seine ersten Nachkommen werden 2014 erwartet. Der Etzeaner Fubu (Dashing Blade) ist dagegen schon länger im Lande. "Er hat nur eine überschaubare Zahl von Nachkommen, die aber sehr erfolgreich sind", weiß Tanha, "wird jetzt vermehrt in der Warmblutzucht eingesetzt." Der rechte Bruder des Gr. I-Siegers Faberger war nur zweimal am Start. Deutlich mehr konnte Marabout Directa (Big Shuffle) aus der Zucht von Horst Olderdissen, er war Listensieger, Dritter in der Maurice Lacroix-Trophy (Gr. II) und Vierter im Grand Criterium (Gr. I), zweimal erreichte er ein Rating von 90kg. Auch er soll sich sehr solide vererben.

Mit Mutawahej (Storm Cat) hat zudem ein einstiger Shadwell-Hengst den Weg in den Iran genommen. Auf der Rennbahn war er zwar ein Flop, aber gezogen ist er erstklassig. Seine Mutter ist eine mehrfache Listensiegerin von Mr. Prospector aus einer Championstute. So kostete er 2005 als Jährling in Keeneland stolze 3,1 Millionen Dollar - ein teures Investment. 

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