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Dicke Luft nach Insolvenz-Antrag des Mülheimer Rennvereins

Heavensfield beim Sieg am 22. April 2017 in Mülheim? Sind die Rennen auf dem Raffelberg bald Geschichte oder gibt es noch Hoffnung. Foto: Dr. Jens Fuchs

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Pressemitteilung

Knapp 24 Sunden liegen zwischen den beiden Pressemitteilungen, die wir nachfolgend veröffentlichen. Am Donnerstag hatte überraschend der Mülheimer Rennverein erklärt, dass man sich rechtlich gezwungen sähe, den Weg der Einleitung eines Insolvenzverfahrens zu gehen. Am heutigen Freitag kam die Replik des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, worin das Vorgehen des Mülheimer Rennvereins, bzw. seines "Rumpfpräsidiums" als vereinsschädigend und nicht abgesprochen bezeichnet wird. 

Die Pressemitteliung des Direktoriums vom Freitag, 17. November 2017, 16:11 Uhr:

Mit großem Erstaunen und Verärgerung musste der DVR e.V. aus der Presse entnehmen, dass der Mülheimer Rennverein Raffelberg e.V. gestern den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Mülheimer Rennvereins Raffelberg e.V.  gestellt haben soll. Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. wird erneut vor vollendete Tatsachen gestellt.

Dazu Jan Antony Vogel, Geschäftsführender Vorstand:

"Ohne dass die beiden Herren des „Rumpfpräsidiums“ es für erforderlich erachtet haben, die weiteren Schritte vorher mit uns zu besprechen, wurden hiermit unverantwortliche Entscheidungen getroffen, die zum einen gegen die Interessen des Vereins gerichtet sind und eine große Anzahl von Arbeitsplätzen gefährden".

Das Präsidium hat dieses vereinsschädigende  Vorgehen bereits im August dieses Jahres gewählt. Es hat einen Insolvenzantrag angekündigt und den Renntag im August 2017 abgesagt, ohne das Präsidium des DVR e.V. über die bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten vorab zu unterrichten.

Innerhalb von zwei Tagen hat der Dachverband die Durchführung des Renntages sichergestellt und dem Verein die notwendigen liquiden Mittel bis einschließlich Dezember 2018 zur Verfügung gestellt, um den Standort für die Durchführung von Rennveranstaltungen und den Trainingsbetrieb zu erhalten.

Das  DVR e.V. hat zu diesem Zeitpunkt weder eine Jahresplanung 2017, noch eine Jahresplanung 2018 vorgefunden. Im Interesse des Erhalts des Vereins, der Sicherung des Standortes und dem Erhalt der Arbeitsplätze im Bereich des Mülheimer Rennvereins und der Trainingsbetriebe hat das DVR e.V. dem Verein erhebliche wirtschaftliche Mittel  zur Verfügung gestellt.

Das DVR e.V. hat die Zahlen aufgearbeitet und einen sehr konservativen Wirtschaftsplan 2018 erstellt, der eine Fortführung des Vereins nicht nur ermöglicht, sondern Überschüsse ausweist, die es dem Verein wieder erlaubt hätten, neben der Durchführung von Rennveranstaltungen Investitionen in die Anlage zu tätigen. Im Vertrauen auf eine kooperative Zusammenarbeit im Interesse des Rennvereins wurden nicht nur die Veranstaltungstermine 2018 geplant, sondern bereits die finanzielle Absicherung sichergestellt.

Vor diesem Hintergrund entspricht der jetzt angekündigte Schritt nicht den Interessen des Mülheimer Rennvereins. Seit Monaten liegen dem Präsidium  mehr als 20 Aufnahmeanträge von interessierten Personen vor, die sich nachhaltig für die Belange des Rennvereins persönlich und auch finanziell einsetzen wollen. Über keinen der Anträge hat das Präsidium bisher entschieden. Die handelnden Personen des Präsidiums werden hier einige Fragen zu beantworten haben.

Wenn das Präsidium trotz Zusage nicht zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13.12.2017 einlädt, obwohl das Interesse des Vereins es erfordert, werden die Mitglieder von ihrem satzungsgemäßem Recht Gebrauch machen, wonach das Präsidium einladen muss, wenn ein Viertel der Mitglieder dies beantragt.

Das jetzige Präsidium vertritt erkennbar nicht mehr die Interessen des Vereins und muss daher umgehend den Weg für Neuwahlen frei machen. Nur mit einem handlungsfähigen Präsidium, dem seine Verantwortung gegenüber dem Verein bewusst ist, kann ein Neuanfang gelingen.

Die Pressemitteilung des Mülheimer Rennvereins vom Donnerstag, 16. November 2017, 18:29 Uhr: 

Das Präsidium hat heute Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Mülheimer Rennverein Raffelberg e.V. (nachfolgend: Mülheimer Rennverein) gestellt. Zwar ist es dem Mülheimer Rennverein mit Hilfe des Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. in den letzten Wochen gelungen, aufgetretene Liquiditätsprobleme zu lösen. Aber auch mit Hilfe des Dachverbandes konnte keine gesetzeskonforme Lösung für die beim Mülheimer Rennverein vorhandene Überschuldungssituation gefunden werden.

Insbesondere war es nicht möglich, eine positive Fortführungsprognose für den Mülheimer Rennverein zu entwickeln, was wesentlich bedingt ist durch die aus dem Erbpachtverhältnis resultierenden wirtschaftlichen Verpflichtungen für das Rennbahngelände. Das Präsidium sah sich daher rechtlich gezwungen, den Weg der Einleitung eines Insolvenzverfahrens zu gehen. Das Präsidium bedauert dies, dankt dem Direktorium noch einmal für die geleistete Hilfe und hofft, dass im Rahmen eines Insolvenzverfahrens eine Lösung gefunden werden kann, die die Abhaltung von Renntagen in Mülheim an der Ruhr auch in der Zukunft ermöglicht.

Quelle und weitere Infos: www.muelheim-galopp.de

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