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Aufgalopp 467: Was geschieht eigentlich mit einem Rennpferd nach seiner Karriere?

Ziel der Vollblutzucht ist es, Pferde zu züchten, die erfolgreich Rennen laufen, aber: Was passiert mit den Pferden nach dem Ende der Karriere? Copyright: galoppfoto.de

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 467 vom Donnerstag, 11.05.2017

Am kommenden Montag läuft im Dritten Programm des NDR zur Abendstunde eine Dokumentation unter dem Titel „Das kurze Leben der Rennpferde“. Nach all dem, was man über den Film hört und was von ihm bisher zu sehen war, ist zu befürchten, dass der deutsche Rennsport dort eine eher ungute Rolle einnimmt. Es geht um eine Frage, die hierzulande bisher eher nachlässig gestellt wurde: Was geschieht eigentlich mit einem Rennpferd nach seiner Karriere?

Im Ausland ist das gerade ein ganz großes Thema. Todd Pletcher, Trainer des aktuellen Kentucky Derby-Siegers, hat nach seinem Triumph einer Organisation mit Namen Thoroughbred Aftercare Alliance and New Vacations eine großzügige Spende zukommen lassen. In Frankreich nennt sich das Au-Delà Des Pistes. Letztes Jahr ist für dieses Programm bei einer Sprungverlosung ein namhafter sechsstelliger Betrag zusammengekommen, demnächst geht es auf eine Road Show, bei der auf Bahnen im ganzen Lande an Renntagen gezeigt wird, was Pferde, wenn sie denn nicht mehr im Renneinsatz sind, so alles leisten können. Das ist eine hochprofessionelle,  von allen Gestüten, Ställen und Verbänden getragene Bewegung. Kaum ein Tag, an dem Au-Delà Des Pistes nicht in den Fachpublikationen zu finden ist, auch andere Medien interessieren sich mehr und mehr dafür. In Großbritannien wurde schon im Jahre 2000 seitens der British Horseracing Authority das Retraining of Racehorses ins Leben gerufen. Da gibt es Stützpunkte im ganzen Land, viele Protagonisten der Szene wie Prinzessin Haya oder Frankie Dettori fungieren als Botschafter. Und die besten Werbeträger sind immer noch die ehemaligen vierbeinigen Hinderniscracks mit ihren umjubelten Auftritten in der Öffentlichkeit.

In Deutschland bleibt es dem Einzelnen überlassen, was er mit seinem nicht mehr auf der Rennbahn eingesetzten Vollblüter so anstellt. Muss das so sein? 

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