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Aufgalopp 459

Autor: 

Daniel Delius

TurfTimes: 

Ausgabe 459 vom Donnerstag, 16.03.2017

Es ist ja nicht so, dass die Geschichte der Dortmunder Trainingszentrale mit Norbert Sauer oder Uwe Stoltefuß begonnen hatte. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte eine Koryphäe wie Adrian von Borcke seinen Stall in Wambel, dort betreute er die damals hochklassigen Erlenhofer, Niederländer, Neckar und Orsini, sie waren alle Derbysieger und haben später auch die deutsche Vollblutzucht geprägt. Und auch Fanfar, der Erlenhofer Derbysieger von 1963 stand in Dortmund, sein Trainer hieß Albert Klimscha. Otto Schmidt, eine Jockeylegende, im anderen Metier allerdings nicht ganz so erfolgreich, trainierte dort bis in die 60er Jahre dort für das Gestüt Ebbesloh, Hugo Danner betreute viele erstklassige Ostermann-Pferde. Ein geschichtsträchtiger Trainingsort.

Aber trotzdem ist es jetzt Schluss und das ist aus Sicht des Rennvereins nachvollziehbar. In den große Zeiten der 80er und 90er Jahre standen dort noch bis zweihundert Pferde, dann ging es sukzessive nach unten. Die Lücke, die Uwe Stolzefuß und Norbert Sauer hinterließen, konnte niemand schließen, neue Gesichter im Trainerlager sind halt Mangelware. 27 Pferde stehen auf den aktuellen Listen der Dortmunder Trainer, mehr werden es kaum werden, eher weniger, von Wirtschaftlichkeit mag man kaum reden. Der Rennverein hat nun beschlossen, das Thema Training von Rennpferden in Dortmund-Wambel zu beenden, daran ist kaum mehr zu rütteln.

Die Trainingsstandorte werden weniger. Bremen-Mahndorf ist bei einer möglichen Schließung der Bahn ein kaum noch attraktiver Platz, ob in Neuss weiter trainiert wird, sollte die Bahn geschlossen werden, erscheint eher unwahrscheinlich. Und in Frankfurt – dort wurden wie in Neuss auch Derbysieger trainiert – erscheint vieles möglich, aber wohl kaum der Neuaufbau einer Trainingsanlage. Bedauerlich. Doch wer die Tradition beschwört, verschließt die Augen vor der Realität. 

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